Pierre Michaux lebte als Kutschenbauer in Paris. Eines Tages - es war im März 1861 - erhielt er ein Laufrad, eine "Draisine“, zur Reparatur. Nachdem er das Rad in Ordnung gebracht hatte, bat er seinen Sohn Ernest, einige Fahrten damit zu machen. Dieser fand das Fahren aber sehr ermüdend und beschwerlich. "Weißt du was,“ sagte Vater Michaux, "wir bauen an das Vorderrad Kurbeln - so wie beim Schleifstein - dann geht das Fahren leichter.“ Auf diese Weise wurden die Tretkurbeln am Fahrrad erfunden. Michaux baute im selben Jahr noch zwei Fahrräder mit Kurbeln. Michaux gründete nun die erste Fahrradfabrik. 1862 stellte er bereits 142 und drei Jahre später 400 Räder her.


In Paris tauchten um 1790 Räder auf, die die Form eines Pferdes oder Löwen hatten. Der Fahrer musste sich mit den Füßen abstoßen. Wer sie erfunden hat, weiß man nicht. Mit den Rädern konnte man nur geradeaus fahren. Wollte man abbiegen, so musste das ganze Rad in die Richtung gestellt werden, in die man wollte. Schwierig war es, damit das Gleichgewicht zu halten. Mit den Rädern konnte man höchstens 8 bis 9 km in der Stunde fahren.


Der Erfinder der lenkbaren Laufmaschine war der Forstmeister Karl Friedrich von Drais. Im Jahr 1817 erregte er in Mannheim mit seinem Rad großes Aufsehen. Das ganz aus Holz gebaute Rad hatte vorn eine bewegliche Lenkstange. Um mit der "Draisine“ fahren zu können, musste man sich mit den Füßen vom Erdboden abstoßen. Die Strecke von Mannheim nach Schwetzingen und zurück, für die die Postkutsche damals noch vier Stunden brauchte, legte von Drais in einer Stunde zurück. Seine Erfindung brachte ihm aber in Deutschland keine Anerkennung. Er starb 1857 verarmt und verlassen.


Das Hochrad entwickelte James Starley 1870 aus dem Rad von Michaux, um schneller fahren zu können. Da der Durchmesser des Vorderrades sehr groß war, legte man bei einer Kurbelumdrehung auch eine viel größere Strecke zurück. Beim Hochrad saß der Fahrer fast unmittelbar über dem Vorderrad. Das Fahren war sehr gefährlich.